Non Skalpell Vasektomie

Die Empfängnisverhütung für den Mann

Die Sterilisation des Mannes, die Vasektomie ist die sicherste aller Verhütungs-Methoden (Deutschland ca. 50.000 OPs und in den USA ca. 500.000 pro Jahr). Der Eingriff ist einfach und ohne größere Schmerzen, Risiken oder Komplikationen ambulant durchführbar. Der Partnerin werden damit komplikationsträchtigere oder unsicherere Verhütungsmethoden erspart.

Die Kosten liegen bei ca. 400 Euro in örtlicher Betäubung (Vorgespräch, Voruntersuchung, Aufklärung, Ultraschalluntersuchung der Hoden, OP, pathologische Untersuchung des entfernten Samenleiterteiles, Erfolgskontrolle im Ejakulat).
Es besteht weder bei gesetzlich noch bei privat Versicherten ein Erstattungsanspruch.
Ausnahmen sind schwere Erberkrankungen – hier muss aber vorher eine schriftliche Kostenzusage der Krankenkasse vorliegen.

Vor der Operation erfolgt eine ausführliche Aufklärung bzgl. des OP-Ablaufes inklusive aller möglicher Risiken und Komplikationen und danach eine körperliche Untersuchung des Genitales sowie ein Ultraschall der Hoden. So sehe ich z.B. auch einen potentiellen Hodenkrebs, dann dürfte der Eingriff nämlich nicht durchgeführt werden. Ein Operationstermin kann frühestens 24 Stunden später vereinbart werden (vorgeschriebene Bedenkzeit).

Non Skalpell Vasektomie (NSV)

Ich führe in meiner Praxis die moderne und minimal-invasive "non-Skalpell Vasektomie in Fulgurationstechnik" (NSV) durch.

Übersetzt heißt dieses Wortungetüm:

  • kein Skalpell nötig
  • kein Faden-/Fremdmaterial verbleibt im Körper (Risiko für Fadengranulome/Fisteln/allergische Reaktionen)
  • Verschluss des Samenleiters durch körpereigene Narbenbildung und Blutstillung durch Hochfrequenzstrom
  • winzige Hautwunde (meist 5 Millimeter)
  • hohe Sicherheit bei minimaler Komplikationsrate (Entzündung und Blutergüsse ca. 0.4%)
  • deutlich geringeres Risiko der ungewünschten Wiedervereinigung der Samenleiter und damit ungewollt erneuten Zeugungsfähigkeit

Der Eingriff dauert nur 30 Minuten

Es ist problemlos möglich, selbst mit dem Auto zum Eingriff zu kommen und wieder nach Hause zu fahren. Die ganze Prozedur dauert 30 – 45 Minuten und nachdem Sie den Rest des Tages zur Vermeidung von Nachblutungen geruht haben, kommen Sie am nächsten Morgen noch einmal kurz zur Nachschau in unsere Praxis.

Besonders wichtig für den Heilungsverlauf ist die körperliche Schonung nach dem Eingriff für 2-3 Tage. Sportliche Aktivitäten wie Joggen, Radfahren, Fußballspielen, Schwimmen etc. sollten etwa eine Woche vermieden werden.

Bitte berücksichtigen Sie das bei Ihrer Terminplanung!

Operation, Verlauf und Komplikationsmöglichkeiten

Nach Desinfektion wird das OP-Gebiet steril abgedeckt und dann Haut und Samenleiter örtlich betäubt. Danach wird die Haut etwa 0,5 cm mit einer extrem spitzen Klemme aufgespreizt und der Samenleiter angeklemmt. Anschließend erfolgt die Verschweissung des Samenleiters auf 1 cm in beide Richtungen mit der Hochfrequenzchirurgie. Ein 6 – 10 mm langes Teilstück des Samenleiters wird zur Gewebeuntersuchung entfernt. Der endgültige Verschluss der Samenleiter erfolgt im Verlauf von 1-3 Wochen durch Narbenbildung.

Beschwerden nach der Vasektomie sind selten. Bei einem Ungleichgewicht zwischen Spermienneubildung und Spermienabbau im Nebenhoden kann es zu einem vorübergehendem leichten Druck und ziehenden Beschwerden im OP-Bereich kommen (Post-Vasektomie-Syndrom) . Diclofenac oder Ibuprofen helfen aber praktisch immer. Und innerhalb weniger Wochen verschwinden die Beschwerden. Da die Spermien nur etwa fünf Prozent des Ejakulates ausmachen (der Rest ist Prostataflüssigkeit), ist der Unterschied praktisch nicht zu bemerken.

Etwa 2% aller Männer lassen die Operation zu einem späteren Zeitpunkt rückgängig machen.

Vasektomie und Prostatakrebs – Thema ist keines mehr!

Die Vasektomie gilt als sehr sichere und komplikationsarme Methode der Empfängnisverhütung, aber immer wieder wird geschrieben, dass die Vasektomie das Risiko erhöht, Jahrzehnte später an einem Prostatakarzinom zu versterben. Bisher war die Studienlage dazu nicht sehr eindeutig.

2014 sah die Health Professionals Follow-up Studie in der Tat eine 10% Zunahme des Risikos. Dafür wurden immerhin fast 50.000 Männer in den Jahren 1986 bis 2010 nachuntersucht. In dieser Untersuchung wurden auch vermehrt aggressive Tumore gesehen.

Eine plausible biologische Erklärung für den Anstieg des Prostatakrebsrisikos 20 bis 30 Jahre nach dem Eingriff fehlte aber.

Die aktuelle Cancer Prevention Study II (CPS-II) an 363.000 Männern konnte das Prostatakarzinomrisiko nicht bestätigen. Auch ein kein erhöhtes Risiko für aggressivere Tumore - tendenziell sogar seltener.

Mit dieser Untersuchungen sollte die Diskussion um ein erhöhtes Krebsrisiko nach Vasektomie endgültig abgeschlossen sein!

1994 wurde schon von der UK Testicular Cancer Study Group ein erhöhtes Hodenkrebsrisiko ausgeschlossen.

Männer brauchen sich somit keine Sorgen machen, dass die Vasektomie langfristig ihrer Gesundheit schadet.

Wichtiger Hinweis

Sie sind unmittelbar nach dem Eingriff noch weiterhin zeugungsfähig! Erst wenn von uns der Erfolg der Vasektomie bestätigt wurde ist eine sichere Verhütung durch die OP gegeben. In aller Regel dauert es 6 bis 12 Wochen, kann aber in ganz seltenen Fällen auch länger als 6 Monate betragen! Bis dahin muss weiter auf anderen Wegen verhütet werden!

Prinzipiell kann die Vasektomie rückgängig gemacht werden und die Erfolgsaussichten sind gut. Es ist dies jedoch relativ aufwendig. Deswegen sollte die Vasektomie als endgültige und unwiderrufliche Verhütungsmethode betrachtet werden!

Der Pearl-Index – So sicher ist die Vasektomie

Folgende Tabelle bietet einen kurzen Überblick über die Zuverlässigkeit der einzelnen Methoden. Die Zahlen in der Tabelle geben die Anzahl der ungewollten Schwangerschaften bezogen auf 1.200 Anwendungsmonate an. Man spricht dabei von 100 "Frauenjahren", und meint damit die Anwendung einer bestimmten Methode über ein Jahr von 100 Frauen. Diese "Versagerquote" einer Methode bezeichnet man als Pearl-Index. Ein Pearl-Index von 3 – 4 für das Kondom, bedeutet z.B., dass von 100 Frauen, die diese Verhütungsmethode über ein Jahr anwenden, drei bis vier Frauen schwanger werden.

Die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft bezogen auf 100 "Frauenjahre" (Pearl-Index) bei den bekanntesten Verhütungsmethoden:

Sterilisation des Mannes 0,1
Die Pille 0,2-0,5
Sterilisation der Frau 0,2-0,3
Chemische Verhütungsmittel 8-36
Minipille 0,5-4
Spirale 1-2
Kondom 3-4 (ABER einziger Schutz vor Geschlechtskrankheiten!)
Pessar 2-4
Koitus interruptus 10-20
Kalendermethode 15-35
Temperaturmethode 1-3
Dreimonatsspritze 0,2-0,5
Pille danach 2-25
Keine Verhütung 85